Warum die Skispringer hier keinen Schnee gebrauchen können
(Beitrag vom 09.04.2018 / O. Müller-Lorey, Mitteldeutsche Zeitung)

FOTO: HOLGER JOHNIm Ski- und Freizeitverein Rothenburg (SFV) sind sie froh, dass der Winter vorbei ist - und der Schnee wohl nicht wiederkommt. Was für einen Wintersportverein merkwürdig klingt, ist nicht die einzige Ungewöhnlichkeit. Die Lage des Clubs im Saalekreis-Örtchen an der Grenze zum Salzlandkreis ist ebenso kurios. „Eigentlich sind wir hier im Flachland“, sagt Patrick Valentin, Trainer und Vorsitzender des Vereins.

Trotzdem errichteten enthusiastische Skisprung-Fans in den 60er-Jahren die erste Schanze in Rothenburg. „Hier wird auf Matten gesprungen. Würde Schnee fallen, würde er herunterrutschen und sich am Schanzenende zusammenhäufen. Deshalb können wir bei Schnee nicht springen“, erklärt Valentin.

Doch am vergangenen Samstag, an dem der SFV einen Tag der offenen Tür veranstaltet, ist an Schnee nicht zu denken. Ein paar Dutzend Eltern und Großeltern schauen ihren Kindern zu, wie sie von der „Zwergen-Schanze“ springen. Die größeren und geübteren trauen sich auch an die große Schanze. „Wir wollen mit dem Tag Nachwuchs für unseren Verein gewinnen“, sagt Valentin.

FOTO: HOLGER JOHN - Steve Grabrowitsch kurz vor dem Absprung – Quelle: https://www.mz-web.de/29986724 ©2018Den Tag der offenen Tür, der noch vor ein paar Jahren als „Casting“ bezeichnet wurde, veranstaltet der Club seit sechs Jahren. „Irgendwann standen wir mit nur drei Kindern beim Training und haben uns gedacht, da müssen wir etwas machen.“ 14 Kinder sind am Samstag am Start. Eine gute Zahl findet Valentin. „Wenn nur drei von ihnen hängen bleiben, haben wir viel geschafft.“

Einer, der vor elf Jahren „hängengeblieben“ ist, ist der 14-jährige Steve Grabrowitsch. Wie selbstverständlich stürzt er sich die nach dem Rothenburger Skisprung-Pionier PeterZu den beliebtesten Hörbüchern auf Audible Ott benannte hohe Schanze herunter. Wie hoch sie genau ist, das wissen weder er noch Vereinsvorsitzender Valentin genau. Mit seinem engen Skianzug und der verspiegelten Brille sieht Steve fast aus wie die Profis, die bei den olympischen Spielen gesprungen sind.

„Natürlich habe ich mir das angeguckt“, sagt der Schüler aus Rothenburg. Aber noch lieber als zuzuschauen springe er selber. Als Kind hatte er bei einem Wettkampf in Rothenburg zugesehen und Valentin gefragt ob er auch mal springen dürfe. Er solle zum nächsten Training kommen, habe der gesagt.

Auch heute noch könne sich Jedermann anmelden, nicht nur zum Tag der offenen Tür, betont der Vereinsvorsitzende. Für einen Monatsbeitrag von drei Euro für Kinder und sechs Euro für Erwachsene bekommen Mitglieder das Material gestellt und können dreimal die Woche zum Training gehen. Dabei gelte, so Valentin, je früher man anfange desto besser. „Fünfjährige haben noch gar keine Angst zu springen.“

 

Rothenburger holt Silber bei den Seniorenweltmeisterschaften im slowenischen Planica
(Beitrag vom 14.03.2018 / SFV-Rothenburg)

Während sich in Norwegen am Holmenkollen Andreas Wank mit dem deutschen Nationalteam durch die RawAir kämpft, fanden im slowenischen Planica die Internationalen Seniorenmeisterschaften im Skispringen und in der Nordischen Kombination statt. Eine Woche lang lieferten sich Skipringer aus aller Welt und aller Altersklassen zwischen 30 und 74 Jahren spannende Wettkämpfe auf HS30, HS62 und HS102-Schanze. Als einer von knapp 140 Teilnehmern war auch Andreas Teubner vom SFV Rothenburg am Start. Bei der Nordischen Kombination (Springen von der HS62-Schanze und 8-km-Skilanglauf) holte er dabei Silber in seiner Altersklasse.

Rothenburger Nachwuchsspringerin holt Gesamtsieg im Deutschlandpokal Skisprung
(Beitrag vom 06.03.2018 / S.Laue)

In der Audi-Arena von Oberstdorf ging für die Damen und Juniorinnen des Deutschen Skiverbandes die nationale Wettkampfserie um den Deutschlandpokal zu ende. Zum Finale stand noch einmal ein Doppelwettkampf von der HS106 (K95) auf dem Programm.

Josephin Laue vom SFV-Rothenburg war in der Juniorenklasse U17 am Start. In diesem Winter konnte sie bereits 5 Springen innerhalb dieses Wettbewerbes für sich entscheiden. Doch am Samstag musste sich Josephin denkbar knapp geschlagen geben. Mit Weiten von 82,5m und 86m sprang sie in der Summe zwar weiter als die Siegerin Sophia Maurus vom TSV Buchenberg, welche auf 80m und 87,5m kam, doch in Addition von Weiten- und Haltungsnoten stand es an Ende 173,5 zu 174,0 Punkten. Die Haltungsnoten gaben hierbei den Ausschlag zu Gunsten der jungen Dame aus Bayern. Die Revanche folgte dann am Sonntag. Hier deutete Josephin mit zwei schönen Sprüngen auf je 92,5m ihr Potenzial an, was diesmal auch von den Wertungsrichtern mit recht guten Haltungsnoten von durchschnittlich 17,0 honoriert wurden war. Mit 212 Punkten gewann sie das zweite Springen klar vor Sophia Maurus (87,5m/89m/194 Punkte).

Mit diesem Sieg sicherte sich Josephin auch den Gewinn des Deutschlandpokals. Mit insgesamt 395 Punkten konnte sie die Gesamtwertung in dieser Wettkampfserie für sich entscheiden. Den 2. Platz belegte Tia Kern (TSV Schonach-Rohrhardsberg) mit 352 Punkten, vor Sophia Maurus mit 320 Punkten.

 

Rothenburger bei den OPA-Games
(Beitrag vom 23.02.2018 / S:Laue)

Für den Skisprungnachwuchs im Alpenraum steigt am Wochenende der Saisonhöhepunkt. Im slowenischen Planica werden die OPA-Games 2018, die nordischen Skispiele der Alpenländer, ausgetragen. Vom Deutschen Skiverband wurden mit Josephine Laue, Justus Grundmann und Pascal Steinert auch drei Nachwuchsspringer nominiert, die beim SFV Rothenburg im Saalekreis mit dem Skispringen begonnen haben.